Scharfe Kritik an Pläne für Güterzugstrecken in Krefeld Süd

Würde der Bundesverkehrswegeplan umgesetzt, würde Krefeld plötzlich zum Knotenpunkt des Eisernen Rheins und der Betuwelinie. Und dabei bestünde kein Recht auf Lärmschutz.

Der Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 lässt in der Krefelder Politik die Alarmglocken schrillen. Und zwar so laut, dass in den vergangen Tagen fraktionsübergreifend und unter Einbeziehung Krefelder Bürgervereine unter Hochdruck an einer gemeinsamen Stellungnahme gearbeitet wurde, die schon heute im Regionalrat vorgelegt werden soll. Hintergrund: Würden die Pläne der Bundesregierung umgesetzt, könnte das für 80.000 Bürger vor allem im südlichen Krefeld erhebliche Lärm-Mehrbelastung bedeuten. Denn die Planungen sehen vor, dass Krefeld nicht nur Streckenabschnitt des Güterverkehrs aus Richtung Antwerpen - bekannt als Eiserner Rhein - werden würde, sondern zusätzlich noch Schienenverkehr der zukünftig weiter nördlich verlaufenden "Betuwelinie" aus Rotterdam kommend aufnehmen müsste. Krefeld wäre also plötzlich Knotenpunkt zweier viel befahrener Güter-Schienenverkehrsstrecken. Auch Teile von Fischeln wären, je nach Streckenverlauf, betroffen.

"Das", sagt Planungsausschuss-Vorsitzende Gabi Schock (SPD), "ist vorher so nie diskutiert worden. Das wäre der Supergau." Denn weil der Güterverkehr in Krefeld über ein bestehendes Schienennetz geführt werden würde, gebe es keine rechtliche Handhabe, Lärmschutz einzufordern. "Lärmschutz erhalten paradoxerweise nur die Bürger, die vom Neubau einer Trasse betroffen sind." Und Lärmschutz ist daher auch eine der zentralen Forderungen der Krefelder Politik und Bürgervereine.

Vertreter von CDU, SPD, FDP, Grünen, sowie der Bürgervereine unter Führung des AKB-Vorsitzenden Manfred Grünwald wollen mit ihrem gemeinsamen Papier Einspruch gegen die Pläne einlegen. Bis zum 2. Mai ist dafür noch Zeit. Gleichzeitig wurden sämtliche Bundes- und Landtagsabgeordneten informiert. "Es soll nachher keiner sagen können, er hätte nichts gewusst", sagt Schock. Landtag und Bundestag debattieren die Pläne kommende Woche.

Grafik RP

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Schock bemängelt auch die handwerklichen Fehler des Bundeswegeplans und sieht hier gute Chancen, diesen gegebenenfalls rechtlich anzufechten. Denn die "Strategische Umweltprüfung" sei aus Zeitmangel für die in Rede stehenden Schienenstrecken nicht durchgeführt worden. "Die Straßen sind alle geprüft worden, für die Bahnen hat man wohl aus dem Bauch heraus entschieden", meint Schock. "Das ist für uns nicht tragbar, weil die Öffentlichkeit gar keine Stellung abgeben kann, weil sie gar keine Daten hat, auf die sich beziehen kann." Völlig vom Tisch ist nach dem Bundesverkehrswegeplan laut Schock die von der Krefelder Politik gewünschte Variante, entlang der A 52 eine neue Trasse mit Verlängerung Richtung Krefeld zu bauen. "Wir bekommen einen Bundesverkehrswegeplan nur alle 15 Jahre vorgelegt. Wenn wir über die A52 diskutieren wollen, dann jetzt." Denn der Bundesverkehrswegeplan bedeute eben auch, dass der Bund investieren will. "Und wir wollen, dass der Bund in eine Neubaustrecke investiert."

In den nächsten Tagen wollen Politik und Bürgervereine den Bürgern, die ebenfalls Veto gegen den Bundesverkehrswegeplan einlegen wollen, Informationen dazu bereitstellen. Die Einwände müssen bis zum 2. Mai über die Webseite "http://www.bmvi.de" mitgeteilt werden. Quelle RP 14.04.16

Eisener Rhein rückt näher

Das Bundesverkehrsministerium prüft für die Bahnverbindung nach Antwerpen jetzt auch die "Viersener Kurve", die von den Anliegerstädten bekämpft wird. NRW favorisiert die Trasse an der A52.

In das seit Jahren umstrittene Eisenbahnprojekt "Eiserner Rhein" von Antwerpen nach Duisburg kommt Bewegung. Das "Verkehrsministerium" prüft im Zuge des geplanten Ausbaus der Bahnstrecke Kaldenkirchen-Dülken auch den Bau der "Viersener Kurve". Dabei handelt es sich um eine mehrere Hundert Meter lange Verbindung der vorhandenen Strecken Venlo-Viersen-Mönchengladbach sowie Krefeld-Viersen-Mönchengladbach. Dies bestätigte das Ministerium auf Anfrage unserer Redaktion.

Unstrittig ist dagegen der zweigleisige Ausbau des Abschnitts Kaldenkirchen-Dülken. Mönchengladbach, Viersen und Venlo unterstützen die Pläne. Sie wollen damit den IC-Verkehr zwischen Eindhoven und Düsseldorf ermöglichen. Die Kosten werden auf 50 Millionen Euro beziffert. Das Nutzen-Kosten-Verhältnis gilt als ausgezeichnet. In diesem Zusammenhang untersucht das Bundesverkehrsministerium allerdings sämtliche Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrsbeziehungen von NRW zu den Häfen Zeebrugge, Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam ("Zara"). Die Routenführung über Venlo und Viersen biete den Vorteil, dass sie auch Güterverkehr aus Antwerpen aufnehmen und als südlicher Bypass der Betuwelinie von Rotterdam nach Emmerich dienen könnte, heißt es in Berlin. Davon ist am Niederrhein bisher jedoch keine Rede gewesen. Entsprechend groß dürfte dort die Verunsicherung sein.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU), hatte unlängst in Neuss erklärt, der "Eiserne Rhein" könne über die zweigleisig ausgebaute Strecke Venlo-Viersen geführt werden. Nach Angaben des Ministeriums werden derzeit aber auch die beiden anderen Varianten des "Eisernen Rheins" geprüft. Die Reaktivierung der historischen Strecke würde jedoch 445 Millionen Euro kosten. Für die Trasse entlang der A 52 zwischen Roermond und Mönchengladbach wären sogar 480 Millionen Euro fällig. Einen Landtagsbeschluss entsprechend, hat das NRW-Verkehrsministerium aber diese Trasse zur Bewertung nach Berlin gemeldet. Die "Viersener Kurve" werde von den Anwohnern abgelehnt, heißt es weiter. Der frühere NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper (CDU) äußert sich dazu zurückhaltend. Die Prüfung der "Viersener Kurve" durch den Bund müsse abgewartet werden.
Quelle: RP Von Detlev Hüwel und Ludger Peters, 15.10.2014

Foto: Manfred Adam

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Hintergründe und Fakten

Die Eisenbahnverbindung zwischen dem Hafen von Antwerpen und dem Duisburger Hafen wird als Eiserner Rhein bezeichnet. Die historische Trasse führt über Roermond, Mönchengladbach und Krefeld. Die Nutzungsrechte liegen vor, jedoch ist die Strecke zurzeit nicht durchgängig nutzbar.

Aufgrund des stetig anwachsenden Güterverkehrs, würde durch die Wiederinbetriebnahme des Eisernen Rheines ein zusätzlicher Gütertransportweg erschlossen, der Zeitersparnis bewirkt und die Schiene als umweltfreundliches Verkehrsmittel nutzt. Vor allem der Hafen Antwerpen fordert die Wiederinbetriebnahme der Strecke.

Verschiedene Trassen

Verschiedene Trassen sind in der Diskussion. Doch es ist gleichgültig, welche Trasse dauerhaft ausgebaut und benutzt werden wird. Alle 14 Varianten sind auf deutscher Seite nicht unproblematisch. Entweder sind sie ein zeitlicher Umweg, sind mit Lärmproblemen behaftet oder verlaufen durch Naturschutzgebiete. Krefeld ist erheblich betroffen.

Die Niederländische Regierung

Die niederländische Regierung hat sich unter der Bedingung für den Eisernen Rhein ausgesprochen, dass Belgien den Ausbau der laut Tracé/mer-Studie IJzeren Rijn umweltfreundlichsten Streckenführung finanziert und bezahlt. Das sind mehr als 500 Millionen Euro. Weil dies den Belgiern zu viel ist, ist es bisher (Anfang 2010) zu keiner Einigung und daher auch keiner Wiederinbetriebnahme des Eisernen Rheins gekommen.

Die Position der Stadt Krefeld

Die Stadt Krefeld ist gegen die historische Trasse, weil keinerlei Lärmschutz vorgesehen ist. Im Rahmen eines Gutachtens wurde geprüft, wie laut es zurzeit an der Strecke ist, welcher Lärm bei dem bis zum Jahre 2015 zu erwartenden Güterverkehr auf die Bürger zukommt, welche Lärminvestitionen notwendig sind, was diese kosten würden, wie sie rechtlich durchsetzbar sind und in welcher Relation dies zum von der Stadt favorisierten Ausbau der A 40 Variante steht.

Gutachten

Der Eiserne Rhein ist im Infrastrukturbedarfsplan NRW des Jahre 2006 enthalten; ebenso im Bundesverkehrswegeplan. Zur Umsetzung dieser Maßnahme hatte Landesminister Wittke ein Gutachten in Auftrag gegeben, welches eine unter Lärmschutzgesichtspunkten verträgliche Streckenführung untersuchen sollte.
Das Ergebnis dieses Gutachtens liegt seit Juni 2007 vor. Darin wird die A 40 Variante schlecht bewertet, weil sie der niederländischen Wirtschaft eher und mehr zugute kommt als der deutschen und weil sie erheblich teurer ist. Der Gutachter schlägt eine Variante nördlich Roermond und entlang der A 52 vor. Der damalige Verkehrsminister Wittke beabsichtigte diese Variante zu realisieren, weil sie viele Probleme der historischen Trassenführung zu lösen schien. Doch der Trassenvorschlag entlang der A 52 verändert die Auswirkungen auf die Städte Viersen, Willich und Krefeld nicht. Denn die Lärmproblematik bleibt für die anwohnende Bevölkerung unverändert.

Zuletzt ließ die Stadt Krefeld (Masterplan Schiene Krefeld, April 2010) untersuchen, ob eine Güterumgehungsstrecke ca. vom Autobahnkreuz Neersen entlang der Autobahn 44 oder der Autobahn 52 bis zur Schienenstrecke Neuss - Krefeld verkehrlich sinnvoll, baulich machbar und von den Umweltauswirkungen her realisierbar ist. Denn eine solche Trasse verspricht Viersen, Willich-Anrath und Krefeld erhebliche Lärmbelastungen zu nehmen.
Quelle: Stadt Krefeld

Weitere Informationen:

Die Debatte um den "Eisernen Rhein" durch Krefeld

Die Krefelder Grünen plädieren für eine realistische Betrachtung: "Vor 2040 würde es auch bei politischem Beschluss keine neue Trasse geben", sagt der Krefelder Grünen-Ratsherr Daniel John, der Mitarbeiter im Büro des Grünen-Verkehrsexperten Arndt Klocke aus dem Landtag ist. John forderte gestern gegenüber unserer Zeitung angesichts der auf Jahre hinaus absehbaren Mehrbelastung mit Zügen auf der bestehenden Trasse: "Krefeld muss sich für besseren Lärmschutz auf der vorhandenen Trasse starkmachen, anstatt neue Trassen zu fordern, die wohl kaum bezahlbar sind. Der Spatz in der Hand ist meiner Meinung nach hier besser als die Taube auf dem Dach."

Beim Thema Bundesverkehrswegeplanung herrscht Verwirrung allerorten; der Grund liegt in irreführenden Trassenbezeichnungen. Irritierend ist besonders der Begriff der "A 52-Variante". Zur Erklärung: Zwar wird derzeit im Rahmen der Erstellung des Bundesverkehrswegeplans die sogenannte A 52-Trasse geprüft. Für den Krefelder Abschnitt hat diese Trasse aber keine Relevanz, weil bei "A 52-Trasse" bisher auf Landes- und Bundesebene immer nur von einem kurzen Teilstück von den Niederlanden bis Rheydt die Rede ist.

Die Krefelder Politik aber bringt den Begriff der A 52-Trasse schon jetzt immer direkt mit Krefeld in Verbindung. So hat gestern die Krefelder SPD einen Antrag für die nächste Ratssitzung gestellt, in dem davon die Rede ist, dass die Züge künftig von Viersen aus auf einer neu zu bauenden Trasse entlang der A 52 bis zur A 57 bei Kaarst geführt werden sollten, von dort dann auf die Bahnlinie Köln/Duisburg. Eine solche A 52-Trasse hatte auch CDU-Ratsherr Jürgen Wettingfeld gefordert.

Die Krefelder FDP äußerte sich gestern kritisch zum Vorschlag, den Eisernen Rhein entlang der A 52 zu führen. Gegen diesen Plan gebe es erhebliche Bedenken in der Viersener und Schwalmtaler CDU. FDP-Fraktionschef Joachim C. Heitmann sagt: "Die Krefelder tun sich keinen Gefallen, wenn sie ihre Verkehrsprobleme zulasten ihrer Nachbarn in der Region lösen wollen." Er schlägt eine bereits von Gutachtern ins Gespräch gebrachte Trasse nördlich der A 44 vor. "Dadurch würde zumindest der Westen der Stadt vom Schienengüterverkehr entlastet", sagt Heitmann, erwähnt aber nicht, dass dann der Bahnlärm viel näher an den Fischelner Süden heranrücken würde. Heitmanns Argument: "Der Vorteil für ein interkommunales Gewerbegebiet nördlich und südlich der A 44 könnte neben dem Anschluss an die Autobahn auch ein Anschluss an eine Eisenbahnstrecke sein."

Wichtig: Beide in Krefeld vorgeschlagenen Varianten, über A 52 oder A 44, würde wohl die Krefelder Bürger in Forstwald und der City entlasten - Anwohner in Uerdingen und Oppum wären aber wohl weiter belastet, weil die Züge nördlich wieder nach Krefeld einschwenken.
Quelle: RP

Foto Manfred Adam

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Die Debatte um den Eisernen Rhein durch Krefeld ist neu entbrannt. FDP, SPD und CDU fordern neue Trassen. Fakt ist: Diese wird es auf Jahre hinaus nicht geben. Am Ende droht massive Lärmbelastung.

Den 80 000 in Krefeld von Zuglärm betroffenen Anwohnern der Hauptbahnstrecke mitten durch die Krefelder Innenstadt drohen auf Jahre höhere Belastungen durch den geplanten Eisernen Rhein. Im neuen Bundesverkehrswegeplan, der 2015 beschlossen wird, werden zwar neue Trassen für den Eisernen Rhein, die Zugstrecke von den Seehäfen Zeebrügge, Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam bis zum Güterbahnhof Rheydt, vorgeschlagen; ab Mönchengladbach/Viersen werden aber laut Bundesverkehrswegeplan Züge auch weiterhin auf der bestehenden Trasse mitten durch Krefeld bis ins Ruhrgebiet (siehe Karte rechts) fahren.

Nach Bekanntwerden der Bundespläne für eine Trasse von Venlo bis Rheydt (RP-Bericht auf der Titelseite vom Montag) wächst in der Krefelder Politik jetzt die Sorge, dass die Anwohner vom Bahnlärm stark belastet werden. SPD und CDU fordern, dass eine Alternativtrasse weiter entlang der A 52 bis nach Kaarst gebaut wird. Die FDP hält diesen Plan für unrealistisch - sie schlägt eine Ersatztrasse nördlich der A 44, aber parallel zur Autobahn vor.

Faktisch aber wird es auf Jahrzehnte hinaus keine dieser beiden neuen Trassen geben, weil sie im Bundesverkehrswegeplan 2015 nicht festgeschrieben wurden. Der nächste Bundesverkehrswegeplan wird turnusgemäß erst zehn Jahre später verabschiedet. Vor dem Bau einer Alternativtrasse an einer der Autobahnen A 44 oder A 52 müssten dann noch Prüfungen und Gutachten vorgenommen werden. Bis zum Bau einer neuen Bahnlinie, die Anwohner der bisher mitten durch Krefeld führenden Bahnlinie tatsächlich entlastet, würden also noch Jahrzehnte vergehen.

Seit Jahrzehnten ist der Trassenverlauf strittig - Hintergründe

Seit Jahrzehnten ist die Wiederbelebung der alten Güterverkehrsstrecke "Eiserner Rhein" zwischen Deutschland, den Niederlanden und Belgien ein politisches Streitthema. Strittig ist zum einen der Trassenverlauf: Soll die alte, historische Trasse instandgesetzt werden oder aber eine neue gebaut werden? Zum anderen spielen auch Bedenken der Anwohner und von Naturschützern sowie finanzielle und wirtschaftliche Interessen der Staaten eine Rolle.

Unsere Infostrecke zeigt einen chronologischen Verlauf der Ereignisse.

Historie:
Der Eiserne Rhein wurde bereits 1879 als kürzeste Route zwischen dem Ruhrgebiet und dem belgischen Antwerpen eröffnet. Schon im ersten Weltkrieg wurde der niederländische Teil der Strecke geschlossen, nach dem zweiten Weltkrieg kam der Verkehr dann weitgehend zum Erliegen.

1991 wurde die Strecke endgültig stillgelegt.

1996: Das Thema kommt wieder auf den Tisch

Seit 1996 ist die Reaktivierung der alten Strecke wieder im Gespräch. Vor allem Deutschland und Belgien haben ein wirtschaftliches Interesse daran, die Bahnlinie wiederzubeleben und so eine Verbindung zwischen den Häfen Duisburg und Antwerpen zu schaffen. Und auch die EU sprach sich dafür aus.

Das Thema sorgt seitdem für große Diskussionen in den Anrainerstaaten Niederlande, Deutschland und Belgien.

Die Niederländer wehren sich
Ursprünglich war - unter anderem vom ehemaligen NRW-Ministerpräsidenten Wolfgang Clement - geplant, die alte historische Trasse wiederherzustellen und zu nutzen. Allerdings wurden in Wegberg Wohnhäuser in unmittelbarer Gleisnähe gebaut. Die Bürger fürchteten Lärm und Dreck und wehrten sich gegen das Vorhaben.

Zudem liegt das Naturschutzgebiet "De Meinweg" an der Strecke. Naturschützer äußerten deshalb Bedenken gegen eine Reaktivierung.

Ein Hauptgrund für das Scheitern dieses Projekts war auch das mangelnde wirtschaftliche Interesse der Niederländer an einer Reaktivierung der Strecke. Sie fürchten die Expansion des Antwerpener Hafens, der in Konkurrenz zum Hafen in Rotterdam steht. Verschiedene Konzepte wurden deshalb stets von ihnen blockiert.

Ein neuer Vorschlag 2007
Nachdem eine Reaktivierung der alten Trasse vom Tisch war, brachte der damalige NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke 2007 eine alternative Route ins Spiel. Die Idee: ein Streckenneubau entlang der Autobahn 52 von Viersen bis Elmpt.

2007-2008: Diskussionen um Alternativroute
Die Kosten für einen Neubau entlang der A 52 wurden von verschiedenen Gutachtern geprüft und als sehr hoch eingestuft. Belgien und die Niederlande tendierten 2008 daher nun doch wieder zur Reaktivierung der historischen Trasse. Im November 2008 machten die Niederlande deutlich, den Neubau entlang der A 52 nicht unterstützen zu wollen.

2011: Eiserner Rhein wird für tot erklärt
Im Januar 2011 teilte das Bundesverkehrsministerium mit, die Pläne für den Eisernen Rhein endgültig fallen zu lassen. „Die Strecke ist auf mindestens 20 Jahre tot“, berichtete der Viersener Bundestagsabgeordnete Uwe Schummer. Das Land NRW drängte jedoch weiterhin bei der Bundesregierung darauf, das Projekt zu realisieren.

2011 bis 2014
Das Land NRW drängte weiterhin bei der Bundesregierung darauf, das Projekt zu realisieren. Sie will das bereits stark überlastete Bahnnetz entlasten, denn immer mehr Waren müssen über Schienen transportiert werden. Die Anwohner an den geplanten Bahntrassen wehren sich weiterhin.

September 2014: Wieder eine neue Idee
Das Bundesverkehrsministerium gibt bekannt, über eine weitere Alternative nachzudenken, wie der Güterverkehr vom Ruhrgebiet nach Antwerpen und zurück gelangen könnte. Eine Strecke von Venlo über Kaldenkirchen und Rheydt ins Ruhrgebiet wird als neue Lösung geprüft. Diese hat mit dem "Eisernen Rhein" an sich nicht mehr viel zu tun.

Die Strecke würde dem neuen Konzept nach zweigeteilt: Güterzüge führen von Venlo kommend über Viersen und Krefeld nach Duisburg. Gleichzeitig gäbe es eine zweite Trasse, die durch Mönchengladbach Richtung Grevenbroich und Köln führen soll.

Widerstand unter anderem in Mönchengladbach
Für das neue Konzept müsste in Mönchengladbach ein drittes Gleis gebaut werden. Davon wären laut lokalen Politikern rund 40 000 Anwohner betroffen. Es müssten Häuser abgerissen werden.
Quelle: RP