Bauen und Wohnen in Fischeln

Fischeln hat Platz für 2300 neue Wohnungen

Foto BV

Foto BV

Fischeln hat Platz für 2300 neue Wohnungen

Eigentlich ist die Diskussion darüber, ob bis zum Jahr 2020 in der Stadt Krefeld 5000, 6000 oder 7000 neue Wohnungen entstehen müssten, überflüssig. "Wir schaffen im Idealfall nur 3350 bis 3900", sagte Planungschef Martin Linne gestern Abend im Rathaus bei der Vorstellung der Wohnbauflächenpotenziale im Stadtgebiet.

Alle Hochrechnungen gehen dabei von zweierlei aus: Dass die Menschen immer älter werden und barrierefreie Wohnungen benötigen, und dass immer mehr Männer und Frauen, die eigentlich nach Düsseldorf ziehen möchten, sich allein aus finanziellen Gründen für eine Ansiedlung in der Region entscheiden.

Nach der Landesplanung stünden dabei die Städte Duisburg und Krefeld ganz weit vorne, berichtete Planungsdezernent Martin Linne gestern im Rathaus bei der Vorstellung der Wohnbauflächenpotenziale inklusive der vorgesehenen neuen Wohngebiete im Stadtgebiet und in neuen Quartieren.

Platz für 2400 Wohnungen - realistisch weniger
Norbert Hudde, Leiter des Fachbereichs Stadtplanung, präsentierte die Ergebnisse einer Analyse in seiner Abteilung. Im so genannten Innenbereich nahmen seine Mitarbeiter 24 Standorte unter die Lupe. In der Summe bieten sie Platz für 2400 neue Wohnungen. Realistisch, so Hudde, seien 1600. Manche Grundstückseigentümer scheuen vor einer Altlast zurück, andere hätten auch aus Altersgründen kein Interesse.

Die größten Entwicklungen im Innenbereich werden von der mehrheitlich städtischen Wohnstätte AG geschultert: 180 Wohnungen in Gartenstadt, weitere 180 in Oppum an der Herbertzstraße und 60 am Korekamp. Für das frühere RWE-Gelände an der Prinz-Ferdinand-Straße liege eine Bauvoranfrage vor, erklärte Hudde. Dort sei Platz für 160 Wohnungen. Diese 700 Wohnungen seien relativ kurzfristig in den Jahren 2017 und 2018 zu realisieren. Andere benötigen mehr Zeit. Dort müssten erst Bebauungspläne aufgestellt oder geändert werden. Die durchschnittliche Verfahrensdauer beträgt zwei Jahre. Die Planer sehen dennoch Licht am Horizont. Die Politik hat Neueinstellungen von sechs Fachkräften bewilligt. Allerdings seien die noch nicht gefunden.

Zwei große Vorhaben im Innenbereich seien die Entwicklung der Kaserne an der Kempener Allee mit 450 Wohnungen und in Tackheide mit 210 Wohnungen. Schlussendlich gehöre auch der Rheinblick dazu. Demnächst sei mit der dritten Offenlage der Pläne zu rechnen. Das unterstreicht, wie schwierig es in der Nähe zur Industrie sein kann, rechtssichere Bedingungen zu schaffen, um Wohnraum zu errichten. Mehr Potenzial steckt in den Siedlungserweiterungsflächen. Vor allem Fischeln gilt als Zentrum der Entwicklung. Alleine im gut an den Öffentlichen Personennahverkehr und die Autobahn 44 angebundenen südlichen Stadtteil könnten mittelfristig 2300 Wohnungen entstehen. In der Planung sind das Quartier Plankerheide am Friedhof mit 600 Wohneinheiten und Fischeln Südwest mit 500 Wohnungen. Mit 1200 noch größer ist das Areal Fischeln Ost jenseits der Fischelner Bruchkante.

250 Wohneinheiten stehen für Hüls Südwest zu buche, 300 in Traar am Wiesenhof. Und auch eine Bebauung des Kasernengeländes in Forstwald steht noch auf der Tagesordnung. Dort wären 60 Wohnungen denkbar. "In zahlreichen Quartieren sind wir als Stadt bereits Eigentümer der Grundstücke, in einigen ist es die städtische Wohnstätte", sagte Linne. Natürlich gebe es auch Areale, die sich im Privateigentum befänden, ergänzte er.

Die Planer setzen sich zum Ziel, dass rund 30 Prozent der Wohnungen als öffentlich geförderter Wohnraum realisiert wird. Darüber hinaus passen auch Mehrgeschossbauten besser in die Gegenwart als Einfamilienhäuser. "Bungalows passen gar nicht in unsere Flächenpolitik", betonte Linne. Die Versickerung von Regen, der Erhalt von Grünzonen und die Folgen fürs Binnenklima seien stets zu berücksichtigen. Darüber hinaus, so Linne und Hudde, spiele bei allen Vorhaben die städtebauliche und architektonische Qualität eine herausragende Rolle. Quelle RP 1/17

600 neue Wohnungen am Friedhof

Fischeln verändert sein Gesicht: Nach der Vorstellung der Pläne für das neue Wohnquartier Fischeln-Südwest mit rund 600 Wohneinheiten, beschäftigten sich die Kommunalpolitiker im Fischelner Rathaus mit dem Bebauungsplan 807. Der soll Baurecht für ein weiteres Wohngebiet im Landschaftsschutzgebiet mit ebenfalls etwa 600 Wohneinheiten - das bedeutet rund 1500 Menschen - schaffen. Auf 130.000 Quadratmetern zwischen Kölner Straße und K-Bahn-Trasse sowie Eichhornstraße im Norden und Dorfgraben im Süden ist Wohnungsbau mit einer Höhe von bis zu fünf Geschossen angedacht. Den Entwurf für das Planvorhaben hat das Büro KK Architekten erarbeitet. Quelle RP 16.07.16

Grafik Stadt, Quelle RP 10.6.2016

Grafik Stadt, Quelle RP 10.6.2016

Foto: Stadt Krefeld
Die Übersicht über den Geltungsbereich des neuen Bebauungsplans 807 zeigt rechts als Trasse die K-Bahn mit dem Verkehrsknotenpunkt Grundend im oberen Zipfel. Links oben, außerhalb der gestrichelten Fläche, liegt der Friedhof südlich der Eichhornstraße. Unten links reicht die Fläche bis an die Kölner Straße. Ganz im Süden außerhalb ist die Bauernschaft Steinrath mit Einzelhäusern zu sehen.

Die Stadtverwaltung hat das Projekt für ihre Prioritätenliste bewertet und mit Punkten versehen. Das Ergebnis: Fischeln twelve points, Fischeln douze points. Damit rückt das neue Wohnquartier auf Rang 17 und bietet mittelfristig die Option, den so genannten Überschwappeffekt aus Düsseldorf zu bewältigen. Günstiger Wohnraum in der Nähe zur Anschlussstelle der A 44, aber dennoch in attraktiver Grün-Umgebung soll Krefelder Neubürger anlocken und den Bevölkerungsschwund stoppen.

39 neue Häuser sollen am Krützboomweg entstehen

Die Bezirksvertretung Fischeln hat in ihrer jüngsten Sitzung am Mittwoch zwei neue Bebauungspläne auf den Weg gebracht: Die Tennisanlage am Krützboomweg soll einer Bebauung mit Einfamilienhäusern weichen, stattdessen wird die Anlage Mühlenfeld erweitert. Dort schließen sich die beiden Clubs "Tennis Freunde Fischeln 1976" und "Fischelner Tennis Club 1972" an einem Standort zusammen. Die Anlage wird auf acht Plätze erweitert, ein Beachvolleyballfeld und eine Ballwand sollen hinzukommen.

Am Krützboomweg wird so Platz für Wohnraum. Der städtebauliche Entwurf sieht eine Bebauung mit maximal 26 Doppelhaushälften sowie 13 frei stehenden Einfamilienhäusern vor. Die Grundstücksgrößen sollen zwischen 300 und 600 Quadratmetern betragen. Die Stadt will die Einzel-Vermarktung der Baugrundstücke selber vornehmen, sie soll nicht an einen Bauträger gebunden werden.

Bereits jetzt wird Planrecht für eine Lärmschutzwand geschaffen, damit das Baugebiet von der geplanten Südwestumgehung abgeschirmt werden kann. Die neuen Bebauungspläne werden voraussichtlich zum Ende des Jahres in Kraft treten. Quelle RP 15.04.16

Fotos BV

Keine Bedenken gegen die Erweiterung der Tennisanlage Mühlenfeld und das Neubaugebiet in der Bezirksvertretung

Der Prozess zieht sich schon lange hin: Zwei Tennisvereine fusionieren und werden sich dann eine – erweiterte – Anlage teilen. Ein Platz wird aufgegeben. Die Erweiterung der Tennisanlage Mühlenfeld ist geplant,. Am Wegende soll das neue Clubhaus stehen, acht Tennisplätze soll die Anlage haben. Aufgegeben wird die Tennisanlage am Krützboomweg. Dass dieser Plan umgesetzt wird, darauf warten viele schon lange. Über die Aufstellung des entsprechenden Bebauungsplans gibt es in der Bezirksvertretung keinen Streit. Anja Cäsar (Grüne) hofft, dass es dann auch irgendwann eine Brücke über den See geben wird, Benedikt Lichtenberg (CDU) begrüßt ganz allgemein, „dass die Verwaltung Gas gibt“. Die Offenlegung der Pläne könnte jetzt im Sommer erfolgen. Dass der Satzungsbeschluss noch in diesem Jahr vorbereitet wird, sei „nicht unrealistisch“, meint Ludger Walter als Vertreter der städtischen Bauleitplanung.

Die alte Anlage am Krützboomweg soll einem Neubaugebiet weichen. 27 Einfamilien- und Doppelhäuser soll es geben. Die 13 Einfamilienhäuser werden maximal zwei Vollgeschosse haben und auf 400 bis 600 Quadratmeter großen Grundstücken stehen. Für die Doppelhäuser sind 300 bis 350 Quadratmeter vorgesehen.

Ein 5,50 Meter hoher Lärmschutzwall soll die Siedlung vor dem Verkehrslärm schützen, der auf der Südwestumgehung entsteht – wenn sie denn gebaut wird. Berücksichtigt werden muss der Wall in der Konzeption des Neubaugebiets auf jeden Fall. Ein Grünzug wird um das Gebiet gelegt. Was den Bezirksvertretern missfiel: Die Ausgleichsmaßnahmen werden in Gellep-Stratum stattfinden. In Fischeln gebe es nicht mehr genügend Flächen dafür, hieß es. Weil Kita und Grundschule in Rufweite sind, sei es doch sinnvoll, auch Häuser mit mehreren Wohneinheiten zu planen, regt Anja Cäsar an. Das habe an dieser Stelle keine Chance, sagte Ludger Walter. „Man möchte keine stärkere Durchmischung des Wohngebiets“, sagt der Bauleitplaner. Die Stadt würde damit dem Wunsch entsprechen, der in der Anhörung vor zwei Jahren aus der Bürgerschaft geäußert wurde: keine weitere Verdichtung.

Das gesamte Gebiet soll nicht von einem einzigen Investor vermarktet werden. Nach derzeitigem Stand werden die Grundstücke einzeln vergeben, erläutert Ludger Walter. Quelle WZ 19.04.16

Zwei Bebauungspläne für den Fischelner Westen werden jetzt offengelegt

Anlass für die Aufstellung der beiden Bebauungspläne 783 – Erweiterung Tennisanlage Mühlenfeld – und 784 – Westlich Krützboomweg/ nördlich Hanninxweg – ist der beabsichtigte Zusammenschluss der beiden Fischelner Tennisvereine Tennis Freunde Fischeln 1976 und Fischelner Tennis Club 1972 an einem Standort. Im Rahmen der Fusion soll die Tennisanlage am Krützboomweg aufgegeben werden. Dafür soll die Tennisanlage im Bereich Mühlenfeld / Kimplerstraße erneuert und ausgebaut werden. Die Fläche westlich Krützboomweg/ nördlich Hanninxweg hingegen soll – wie bereits die südlich und östlich angrenzenden Flächen – Wohngebiet werden. Hier sieht die Planung Einfamilienhäuser, freistehend und als Doppelhäuser vor. Bereits im Dezember 2013 wurden die beabsichtigten Planungen der Öffentlichkeit im Vereinsheim der Tennisfreunde Fischeln vorgestellt.

Mittlerweile sind vielfältige Gutachten und Belange in die Verfahren eingearbeitet worden, so dass die zwei Planungen mit Begründung (einschließlich des Umweltberichts) und den wesentlichen, bereits vorliegenden umweltbezogenen Stellungnahmen nunmehr im zweiten Schritt der Öffentlichkeitsbeteiligung ausgelegt werden. Die Offenlagen beider Pläne fnden vom 20. Mai bis zum 21. Juni im Fachbereich Stadtplanung, Parkstraße 10, Raum 326, statt. In diesem Zeitraum können noch einmal vor Ort oder auch schriftlich an den Fachbereich Stadtplanung

Anregungen gegeben werden, die im bisherigen Verfahren noch nicht berücksichtigt worden sind. Informationen zu den Bebauungsplänen 783 und 784 fi nden sich dann auch im Internet unter www.krefeld.de/bauleitplanverfahren.

Stadt plant in Fischeln luxuriöses Wohnquartier im Bauhaus-Stil

Krefeld. Die Wohnstätte AG will mit dem Erlös aus den Grundstücksverkäufen den städtischen Anteil für die Kosten der 16 Millionen Euro teuren Umgehungsstraße aufbringen - 2019 soll der erste Abschnitt fertig sein. 33 Hektar groß ist das Gelände im Fischelner Südwesten. Hier sollen etwa 500 Wohneinheiten entstehen.

Bild Christoph Kohl Berlin., KK Architekten und Planentwurf Flächennutzungsplan (FiWo)

Wie soll Fischeln Süd-West einmal aussehen

Im südwestlichen Bereich von Fischeln entsteht ein neues Wohnquartier. Die Rheinische Post zeigt die ersten Entwürfe des Berliner Büros KK Architekten. Die Pläne werden ab der kommenden Woche in den politischen Gremien beraten.

Weitere Informationen:

Details der Planung

Bilder: KK Architekten
Bild 1: Geplant sind 45 Reihenhäuser, 168 Doppelhaushälften, 177 Einfamilienhäuser und 98 Geschosswohnungen. Bild 2: Herzstück des neuen Siedlungsgebiets soll die "Drachenplatz" genannte Parkanlage werden. Bild 3: Das Baugebiet Fischeln-Südwest aus der Vogelperspektive. Links die Willicher Straße

In dem neuen Quartier soll ein besonderer städtebaulicher Akzent gesetzt werden. Anlässlich des 100. Gründungsjahres der Bauhaus-Schule im Jahr 2019 wird vorgeschlagen, den Bauhaus-Gedanken modern zu interpretieren. Entwürfe unterschiedlicher Architekten sollen im Bauhausstil realisiert werden.

Das Architekturbüro betont in seinem Leitplan, dass die neuen Wohngebiete "im Einklang mit dem existierenden Charakter Fischelns" stehen sollen. Als Fischelner Stärken sind den Planern der "kleinstädtische Charakter", "niedrige aber dichte Baublöcke" und eine "Blockrandbebauung im Mix von Geschosswohnungsbauten und Reihenhäusern" aufgefallen. Diese Typologien, "die in Fischeln schon heimisch sind", sollen sich in der Gestaltung des Neubaugebietes widerspiegeln, "Charakter und Ausstrahlung das allgemeine Bild Fischelns unterstützen und das Image verbessern". Ziel sei es, dass "die Einwohner sich zu Hause fühlen" und der "öffentliche Raum soll die Interaktion fördern".

Um eine große Parkanlage in Drachenform mit dem Arbeitstitel "Drachenplatz" sollen sich die drei Baufelder gruppieren. Die Grünfläche wird von höheren Wohngebäuden und einer Kindertagesstätte umrahmt. Eine breite Grünverbindung schließt den Drachenplatz an den südwestlichen Außenbereich des Wohngebiets an. Geplant ist auch ein umfangreiches Fuß- und Radwegenetz.

80 Prozent der rund 500 Wohneinheiten soll in Form von Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäusern entstehen, der Rest sind Geschosswohnungen. Vorgesehen sind 45 Reihenhäuser, 168 Doppelhaushälften und 177 Einfamilienhäuser. Die Grundstücke werden zwischen 350 und 600 Quadratmeter groß sein. Hinzu kommen 98 Geschosswohnungen. Die dichter zum Ortskern Fischeln gelegenen Flächen sollen dichter bebaut werden, die zum Außenbereich liegenden weisen eine mittlere Bebauungsdichte von etwa 25 Wohneinheiten pro Hektar aus. Insgesamt werden von der rund 24 Hektar großen Gesamtfläche 17,7 Hektar zu Wohnbaufläche, 5,8 Hektar werden Grünflächen.

Der Drachenplatz (links) wird von höheren Wohngebäuden und einer Kindertagesstätte umrahmt.
Quelle RP 02/16, Bilder KK Architekten

Eine große Parkanlage soll Herzstück des neuen Baugebiets Fischeln Süd-West werden. Das Berliner Büro KK Architekten hat jetzt einen städtebaulichen Leitplan entwickelt, der richtungsweisend für die Entwicklung des rund 24 Hektar großen Geländes in Fischeln sein soll. Dort werden langfristig insgesamt rund 500 neue Wohneinheiten entstehen. Der Ausschuss für Stadtplanung und Stadtsanierung und die Bezirksvertretung Fischeln werden die Vorschläge ab kommender Woche in ihren Sitzungen am Mittwoch, 17. Februar und Dienstag, 23. Februar, beraten.

Linne und Thomas Siegert, Vorstand der Wohnstätte AG, stellten gestern die geplante städtebauliche Entwicklung in Fischeln-Südwest vor. Dort auf einer Fläche von 330.000 Quadratmetern sollen einmal rund 500 Wohnungen für etwa 1500 bis 2000 Menschen entstehen -davon etwa 350 Einfamilienhäuser. Zwanzig Prozent entfallen auf den Geschosswohnungsbau und zehn Prozent auf eine Reihenhausbebauung. Die Rahmenplanung hat das renommierte Berliner Büro KK Architekten erstellt. Inhaber Christoph Kohl zeichnet unter anderem für die Speicherstadt in Potsdam, das Katharinum in Leipzig und viele hochwertige Projekte in den Niederlanden verantwortlich.

Ein großer Teil der 33 Hektar befindet sich schon seit 1994 im Eigentum der Wohnstätte. 14,3 Hektar wurden damals als Bauerwartungsland gekauft. Die Stadt selbst besitzt drei Hektar. "Wir wollen die Flächen ohne Bauträger vermarkten", kündigte Siegert an. Durchschnittliche Grundstücksgrößen von 500 bis 600 Quadratmetern kommen idealerweise 2017/2018 auf den Markt. Bei Preisen von mindestens 300 Euro pro Quadratmeter kommen Grundstückspreis von 150.000 bis 200.000 Euro zusammen. Hinzu käme die Beteiligung an zusätzlichen Kosten für die Infrastruktur wie Lärm- und Artenschutz, Kindertagesstätte und Grünstreifen. "Fischeln-Südwest ist der luxuriöse Teil der Wohnbauentwicklung für die kommende Dekade in Krefeld", sagte Linne.

Die Fläche zwischen Anrather- und Willicher Straße arrondiert den Stadtteil und sei wegen ihrer Lage bestens geeignet, den prognostizierten Überschwappeffekt aus der Landeshauptstadt aufzunehmen. Bekanntlich ist Düsseldorf inzwischen die drittteuerste Wohnstadt in Deutschland. Um die Anbindung an die Autobahn 44 zu optimieren ist eine Umgehungsstraße von der Kölner Straße bis hin zur Anrather Straße vorgesehen. Die neue, rund drei Kilometer lange Umgehung werde gut 16 Millionen Euro kosten. 60 bis 65 Prozent finanziere das Land. Derzeit würden die Antragsunterlagen erarbeitet, informierte Linne. Der verbleibende Eigenanteil für die Stadt (35 bis 40 Prozent) - 5,5 bis 6,5 Millionen Euro - soll mit Hilfe der Wohnstätte aufgebracht werden - aus dem Erlös aus den Grundstücksverkäufen. "Wir schütten das mit einer Dividende an die Stadt aus. Das ist mit dem Kämmerer bereits abgesprochen", erklärte Siegert. Der Aufsichtsrat der Wohnstätte AG mit dem neuen Vorsitzenden Jürgen Hengst (SPD) begrüße die Aktivitäten in Fischeln, erklärte der Vorstand.

Am 17. Februar 2016 wollen Linne und Siegert die Einzelheiten in der Sitzung des Planungsausschusses vorstellen und sich grünes Licht aus der Politik holen, um den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Für das gesamte Wohngebiet, in dem auch mehrere Privateigentümer Flächen besitzen, werden vier, fünf oder sogar sechs Bebauungspläne nötig, um Baurecht festzuschreiben. Für das Verfahren bis zur Rechtskraft werden mindestens zwei Jahre benötigt. Danach will die Wohnstätte sofort mit der Anlage von Baustraßen und der Vermarktung der Grundstücke beginnen. "2018 dann sind die Käufer auf ihren Baustellen aktiv", prognostizierte Linne.
Quelle RP 12/15

Geplantes Neubaugebiet

Geplant sind 45 Reihenhäuser, 168 Doppelhaushälften, 177 Einfamilienhäuser und 98 Geschosswohnungen

Eine große Parkanlage soll Herzstück des neuen Baugebiets Fischeln Süd-West werden. Das Berliner Büro KK Architekten hat jetzt einen städtebaulichen Leitplan entwickelt, der richtungsweisend für die Entwicklung des rund 24 Hektar großen Geländes in Fischeln sein soll. Dort werden langfristig insgesamt rund 500 neue Wohneinheiten entstehen. Der Ausschuss für Stadtplanung und Stadtsanierung und die Bezirksvertretung Fischeln werden die Vorschläge ab kommender Woche in ihren Sitzungen am Mittwoch, 17. Februar und Dienstag, 23. Februar, beraten.

In dem neuen Quartier soll ein besonderer städtebaulicher Akzent gesetzt werden. Anlässlich des 100. Gründungsjahres der Bauhaus-Schule im Jahr 2019 wird vorgeschlagen, den Bauhaus-Gedanken modern zu interpretieren. Entwürfe unterschiedlicher Architekten sollen im Bauhausstil realisiert werden.

Das Architekturbüro betont in seinem Leitplan, dass die neuen Wohngebiete "im Einklang mit dem existierenden Charakter Fischelns" stehen sollen. Als Fischelner Stärken sind den Planern der "kleinstädtische Charakter", "niedrige aber dichte Baublöcke" und eine "Blockrandbebauung im Mix von Geschosswohnungsbauten und Reihenhäusern" aufgefallen. Diese Typologien, "die in Fischeln schon heimisch sind", sollen sich in der Gestaltung des Neubaugebietes widerspiegeln, "Charakter und Ausstrahlung das allgemeine Bild Fischelns unterstützen und das Image verbessern". Ziel sei es, dass "die Einwohner sich zu Hause fühlen" und der "öffentliche Raum soll die Interaktion fördern".

Um eine große Parkanlage in Drachenform mit dem Arbeitstitel "Drachenplatz" sollen sich die drei Baufelder gruppieren. Die Grünfläche wird von höheren Wohngebäuden und einer Kindertagesstätte umrahmt. Eine breite Grünverbindung schließt den Drachenplatz an den südwestlichen Außenbereich des Wohngebiets an. Geplant ist auch ein umfangreiches Fuß- und Radwegenetz.

80 Prozent der rund 500 Wohneinheiten soll in Form von Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäusern entstehen, der Rest sind Geschosswohnungen. Vorgesehen sind 45 Reihenhäuser, 168 Doppelhaushälften und 177 Einfamilienhäuser. Die Grundstücke werden zwischen 350 und 600 Quadratmeter groß sein. Hinzu kommen 98 Geschosswohnungen. Die dichter zum Ortskern Fischeln gelegenen Flächen sollen dichter bebaut werden, die zum Außenbereich liegenden weisen eine mittlere Bebauungsdichte von etwa 25 Wohneinheiten pro Hektar aus. Insgesamt werden von der rund 24 Hektar großen Gesamtfläche 17,7 Hektar zu Wohnbaufläche, 5,8 Hektar werden Grünflächen.

Die Fischelner wehren sich

Bedenken gegen die neue Wohnbebauung

Neue Wohnbauflächen gibt es vor allem im Süden der Stadt. Strittig ist das Areal östlich der K-Bahn. Dicke Luft im Rathaus an der Kölner Straße: Etliche Fischelner nutzten in einer Sitzung der Bezirksvertretung die Einwohnerfragestunde, um ihrem Unmut Luft zu machen. Was der neue Flächennutzungsplan (FNP) an Wohnbebauung vorsieht, halten sie für maßlos übertrieben. Und sie fragen, auf welchen Straßen all die Autos der Neubürger denn fahren sollen. Schon heute ersticke Fischeln an dem dichten Verkehr.

Die rot markierten Flächen zeigen, wo Wohnungsbau in Fischeln stattfinden könnte. Fotobearbeitung: Dirk Jochmann

"Fischeln wird zur Bauland-Hure der Stadt."
Daniel Werner (Grüne) formulierte seine Kritik drastisch: "Fischeln wird zur Bauland-Hure der Stadt." Im Bereich Kütterheide seien immer noch Grundstücke frei. "Die Nachfrage aus Düsseldorf ist nicht so groß, wie behauptet wird", sagte Werner unter dem Beifall der zahlreichen Besucher. Michael Haas (SPD) untermauerte das: "Die große Mehrheit der Fischelner lehnt eine Bebauung östlich der K-Bahn ab." Benedikt Lichtenberg (CDU) formulierte es so: "Zunächst wird Südwest mit der Umgehung gebaut. Im Osten passiert vorher nichts. Darauf gebe ich mein Ehrenwort."

Fischeln-Ost steht wegen der Nähe zur K-Bahn weit oben.
Dass die Stadtplaner da anderer Meinung sind, zeigt ein Blick in den neuen FNP. Dort sind alle möglichen neuen Wohnbauflächen bewertet, ob eine Nutzung sehr viele oder keine positiven Aspekte aufweist. Ergebnis: Fischeln-Ost steht wegen der Nähe zur K-Bahn sehr weit oben auf der Liste. Fischeln-Südwest rangiert deutlich dahinter. Und dies, obwohl das Südwest-Areal über die Wohnstätte weitgehend der Stadt gehört. Die Grundstücke in Fischeln-Ost befinden sich dagegen fast ausschließlich in privater Hand.
Der neue Flächennutzungsplan (FNP) wird am 8. April abschließend im Rat beraten. Eine große Mehrheit ist sicher. Nach der Prüfung durch die Bezirksregierung tritt das Werk vermutlich im Herbst in Kraft. Insgesamt sind 116,5 Hektar an neuen Wohnbauflächen vorgesehen. Fast die Hälfte davon entfällt auf Fischeln. Dort befindet sich mit Fischeln-Südwest (23 Hektar) auch das größte zusammenhängende Areal. Fischeln-Ost (17,7 Hektar) belegt Rang zwei, gefolgt von Hüls-Südwest (14,2 Hektar).
Streit gibt es nicht nur in Fischeln. Die Stadtplaner wollen auch das Gelände der ehemaligen Kaserne in Forstwald (10,6 Hektar) für Wohnzwecke nutzen. Dagegen regt sich vor Ort erheblicher Widerstand.
Quelle: WZ

Neue Baugebiete in der Region

Krefeld gewinnt beim Flächenranking

Im Entwurf des Regionalplans profitiert Krefeld wegen der Nähe zu Düsseldorf. Die Landeshauptstadt kann wachsenden Bedarf an Neubauten nicht decken - neue Baufläche soll nun in Fischeln entstehen. Von Sebastian Peters

Die Stadt Krefeld soll nach Vorstellung der Bezirksregierung Düsseldorf einen Teil der Unterkapazitäten auf dem Wohnungsmarkt in Düsseldorf auffangen. Dies geht aus dem neuen Regionalplan hervor. Im Krefelder Süden sollen jetzt mit Priorität neue Baugebiete ausgewiesen werden - dabei handelt es sich um Flächen in Fischeln an der K-Bahn, am Friedhof und in Fischeln Südwest. Krefeld wird somit im neuen Entwurf des Regionalplans als eindeutiger Gewinner bei der Zuweisung von Wohnflächen beschrieben. 2115 neue Wohneinheiten sollen hier entstehen - in Relation zur Gesamtbevölkerung mehr als in allen anderen Städten des Regierungsbezirks.

Zum Hintergrund: Der Regionalplan legt die grobe Entwicklung innerhalb des Regierungsbezirks Düsseldorfs in den kommenden Jahren fest. Im Regionalplan werden auch die Siedlungsbereiche festlegt, in denen die Kommunen vorrangig ihre Wohnbaulandentwicklung betreiben sollen. Der Plan ist bindend für die Kommunen. Der Entwurf ist jetzt den Kommunen, so auch Krefeld, zur Stellungnahme übersandt worden.
Um herauszufinden, wie groß der Bedarf an Wohnflächen in den einzelnen Kommunen im groben Zeitraum bis 2032 ist, haben die Regionalplaner ein kompliziertes Rechenmodell initiiert. Im Kern beobachten sie demnach zwei Tendenzen: Die Bevölkerung nimmt im Regierungsbezirk Düsseldorf zwar ab: weil es aber immer mehr Ein- und Zwei-Personen-Haushalte gibt, dafür weniger Drei- und Vier-Personen-Haushalte, gibt es in einigen Regionen weiterhin Bedarf an Neubauten.

Im Entwurf des Regionalplans ist für alle 49 Kreise und kreisfreien Städte des Regierungsbezirks ein Bedarf von rund 110 000 Wohneinheiten ermittelt worden. Düsseldorf benötigt demnach 32 000 neue Wohneinheiten, hat aber nur eine Reserve von 20 000 Wohneinheiten. "Allein in der Stadt Düsseldorf ist es nicht möglich, den Bedarf in Gänze flächenmäßig darzustellen", stellt ein Sprecher der Bezirksregierung fest. Die Behörde sieht einen "Bedarfsüberhang" von 12 000 Wohneinheiten. Das entspricht einem Flächenbedarf je nach Dichteannahme von insgesamt 200 bis 400 Hektar, der auf die umliegenden Kommunen verteilt werden soll. Hier kommt Krefeld ins Spiel.

Die Bezirksregierung hat in der Berechnung ein Ranking jener Flächen erstellt, die die Unterkapazität in Düsseldorf ausgleichen könnten. Die Kriterien waren dabei insbesondere die Erreichbarkeit von Düsseldorf mit Bus und Bahn. Deshalb haben Kommunen, die rund um Düsseldorf liegen und in der Nähe zum Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) liegen, bei diesen Kriterien meist besser als die weiter entfernt liegenden Kommunen abgeschnitten. Untersucht wurden alle Gemeinden, die von Düsseldorf aus in maximal 30 Fahrminuten zu erreichen sind.

Insgesamt wurden 85 Flächen in 23 teilnehmenden Gemeinden geprüft. Um den Überhang der Stadt Düsseldorf abzudecken, sollen die 30 höchstplatzierten Flächen mit insgesamt 12 080 Wohneinheiten in der Regionalplanfortschreibung berücksichtigt werden. Die Kommunen um Düsseldorf sollen also zuerst diejenigen Flächen des bestehenden Flächenpotenzials entwickeln, "die auch positive regionale Wirkung entfalten", heißt es im Entwurf des Regionalplans.

Dass Krefeld von Düsseldorf profitieren kann, hatten Stadt, Stadtwerke, Wohnstätte und Wirtschaftsförderungsgesellschaft schon 2010 erkannt und die Kampagne "Komm' doch mal rüber" gestartet. Auf einer Internetseite und mit Plakaten waren die Düsseldorfer aufgefordert worden, auch einmal Veranstaltungen oder die City in Krefeld zu besuchen.
Quelle: RP

Krefeld - mit drei Flächen im Ranking vertreten
Das Ranking: Das Ranking-Verfahren lief folgendermaßen ab: Im Flächenranking werden nur die Flächen berücksichtigt, die nicht ohnehin schon rechnerisch durch den lokalen Bedarf der Kommune begründet sind. Zunächst wurden also jene Flächen ermittelt, die den lokalen Bedarf der Kommune dienen. Alle dann darüber hinausgehenden Flächen wurden in einem Ranking nach verschiedenen Kriterien kommunenübergreifend verglichen - und mit Punkten versehen. Krefeld ist mit drei großen Flächen in diesem Ranking vertreten.

Neue Baugebiete in der Region

Diese Karte zeigt auf, welche Besiedlungstypen die Bezirksregierung Düsseldorf für die einzelnen Regionen im Regierungsbezirk Düsseldorf vorsieht. Krefeld ist als "oberzentraler Siedlungsstrukturtyp" gekennzeichnet, mit einer Durchschnittsdichte von 45 Wohneinheiten je Hektar. In den kommenden Jahren sollen insbesondere im Süden Krefelds neue Baugebiete entstehen.

Die Grafik zeigt. Gemessen an der Gesamtbevölkerung hat Krefeld die höchste Zuteilung an neuen Wohneinheiten, gefolgt von Duisburg und Meerbusch.

Wie geht es in Fischeln weiter?

In Fischeln werden jetzt die Weichen für die Zukunft gestellt

Krefeld. 33 Hektar groß ist das Gelände in Fischelns Südwesten, das Krefelds Stadtplaner bebauen wollen: Etwa 500 Wohneinheiten, die hier entstehen können, machen es in ihren Augen zu einem Standort mit Wachstumspotenzial. Und davon gibt es nicht viele in Krefeld.

Seit mehr als 21 Jahren ist ein großer Teil der Grundstücke auf dem betreffenden Areal schon im Besitz der Wohnstätte. Jetzt kommt Bewegung in die vielfach umstrittene Planung. „Unser Ziel ist, dass 2018 ordentlich Betrieb auf der Baustelle ist“, sagt Baudezernent Martin Linne.

Die Skizze der Wohnstätte Krefeld zeigt das Gebiet, das ab 2018 bebaut werden soll. Die schwarz gestrichelte Linie markiert den ersten Bauabschnitt

Umgehungsstraße wird durch Grundstücksverkäufe finanziert

143 000 Quadratmeter gehören der Wohnstätte Krefeld, 30 000 Quadratmeter sind im Besitz der Stadt, erläutert Thomas Siegert, Geschäftsführer der Wohnstätte. Den Rest teilten sich im wesentlichen drei private Eigentümer.

In einem ersten Bauabschnitt sollen die Wohnstättengrundstücke an der Willicher Straße bebaut. Der Ablauf ist wichtig: „Mit den Einnahmen aus diesen Grundstücksverkäufen wird die Umgehungsstraße finanziert.“ Bis sie realisiert ist, wird das Baugebiet über den Kreisverkehr auf der Willicher Straße und eine Baustraße erschlossen.

Eine neue Straße von der Anrather Straße zum Kreisverkehr Willicher Straße soll die innere Erschließung gewährleisten. Buslinien werden so auch das so genannte Wildkräuterviertel erreichen. Parallel zur Willicher Straße gibt es innerhalb des Neubaugebiets eine „grüne Achse“ für Radfahrer und Fußgänger.

33 Hektar groß ist die Fläche im Südwesten Fischelns, die in den kommenden Jahren bebaut werden soll. Mehr als die Hälfte gehört Stadt und Wohnstätte. Letztere hat ihren Anteil, 143 000 Quadratmeter, 1994 erworben.

Mehr Platz als in anderen Neubaugebieten wird es in Fischeln geben, sagt Martin Linne. Man rechne mit dem „Überschwappeffekt“, baue aber natürlich auch für die Krefelder. Stabilisierend wirke sich das auf die Bevölkerungszahl aus.

Ob ein zusätzlicher Kindergarten geplant werden müsse, werde sich zeigen. Sicher sei, dass die jungen Familien und Kinder die Infrastruktur des Nebenzentrums Fischeln am Leben erhalten werden.

Was Siegert als Geschäftsführer der Wohnstätte besonders betont: Man vernachlässige auch den Sozialen Wohnungsbau nicht. Was Stadtplaner Linne wichtig ist: „Wir wollen die Architekten ermuntern, in ihrem Entwurf die Bauhauskultur in moderner Form zu interpretieren und so im Jubiläumsjahr 2019 Teil einer ,Minibauhausausstellung’ zu sein.“ Linne hofft auf „Vielfalt statt Einfalt“ in dem Baugebiet. „Wenn es 25 verschiedene Entwürfe gibt, wäre ich überglücklich.“ Quelle WZ Dez.2015

weiterlesen...

weiterlesen...