Archiv Arbeitskreis Heimat

Im Laufe der Jahre wurde ein umfangreiches Heimat-Archiv eingerichtet, in dem unzählige Fotos, Dokumente, Familienchroniken, Bilder, Pläne usw. archiviert werden. Dank dieser Unterlagen entstanden auch zwei Bildbände mit dem Titel „Fischelner Bilder". Regelmäßig informieren sich interessierte Bürger und auch Schulklassen über Geschichte und Brauchtum in Fischeln. Das Archiv des Fischelner Bürgervereins im Rathaus Fischeln Kölner Str. 517 (Eingang durch den Garten) ist am 18 April 2017, danach alle 14 Tage, jeweils von 10 – 12 Uhr, geöffnet.

Nachdem die umfangreiche Sammlung in der Aufbauphase des Archivs förmlich zum Nachdenken über Leistungen früher und heute anregte, zeigt den Besuchern eine Vitrine mit einer Bildersammlung auf, wie in der Amtszeit von Bürgermeister Wilhelm Stefen das damalige Dorf an der seiner Zeit Düsseldorfer Straße schon vor der Eingliederung nach Krefeld (1929) dank ihrer Industrie fast zu einer kleinen aber reichen „Stadt" entwickelt worden war. Was selbst Kommunalpolitiker staunen ließ: ein Ortsentwicklungsplan von 1903, auch im Archiv ausgestellt, enthielt schon einen Verkehrskreisel. Urkunden zur Eingemeindung nach Krefeld (1929). Belege für 91 Vereine um Laientheater, Kochrezepte aus der Kriegszeit 1914/18 und Lebensmittelkarten aus dem 2. Weltkrieg, auch Fischelner Notgeld und viele Bilder von früheren Zeiten sieht man in Vitrinen und an Wänden; auch alte Arbeitsbücher, Heirats- und Verträge über Grundstücksverkäufe.

Besuch beim Arbeitskreis Heimat

Kürzlich war die RP zu Besuch beim Arbeitskreis Heimat. Zwischenzeitlich haben sich hier zwei Teams gebildet, die sich regelmäßig treffen um die Historie der Bauernhöfe und Gaststätten zu erforschen.

Besonderer Stolz der Heimat-Archivare ist die Gesamtausgabe des Fischelner Sonntagsblatts, heute Fischelner Woche. 4000 Zeitungen, die älteste von 1894, wurden dem Bürgerverein Fischeln vor Jahren überlassen. Der historische Schatz, liebevoll gebügelt, gebunden und gehütet, dient jetzt als Quelle für die Ergründung Fischelner Geschichte - und Geschichten. Die Männer haben sich hierzu die Arbeit aufgeteilt. Wolfgang Müller und Manfred Adam haben sich die Bauernhöfe vorgenommen, Michael Pingel und Kalla Reiners wollen die Historie Fischelner Gaststätten nachvollziehen.

Müller, Fischelner Urgestein und im "Dorf" als WoMü bekannt, ist einer von vier Männern, die sich im Dienste der Heimatforschung fürs Bügeln nicht zu schade sind. Alle vierzehn Tage, immer dienstags, treffen sich Müller, Manfred Adam, Karl-Wilhelm "Kalla" Reiners und Michael Pingel in den Tiefen des Rathauskellers an der Kölner Straße. Dort hat das Heimatarchiv seinen Platz gefunden - mit unzähligen historischen Fotos, Unterlagen und Artefakten aus mehreren Jahrhunderten Fischelner Dorfgeschichte.

"Wir trinken ja ganz gerne mal ein Bierchen, daher passte das mit den Gaststätten ganz gut", meint Kalla Reiners und grinst. Er und Pingel durchforsten systematisch die alten Zeitungen. In redaktionellen Beiträgen wie "Taubenzüchterverein trifft sich im Moselstübchen", aber auch in Kleinanzeigen sind die verschiedenen Lokale erwähnt. Mit Hilfe einer Excel-Tabelle sammeln die beiden Männer die gefundenen Informationen, sortieren nach Jahreszahlen, ergänzen Fakten, die Namen der Pächter oder - soweit bekannt - Anekdötchen. Zum Beispiel von der Gaststätte "Alt-Fischeln", dort, wo heute der Clemensmarkt steht. "Dort gab es damals die Backstube Hans Meyer mit angeschlossener Kneipe", erzählt Manfred Adam. "Wenn man morgens um fünf beim Brötchenholen von der Backstube rüber in die Gaststube ging, saßen da noch die letzten Zecher."

Foto BVF Heimatarchiv

Foto BVF Heimatarchiv

Ein Glücksfall, wenn es dazu noch das passende Foto gibt. Wie zum Beispiel das Bild von 1927, aufgenommen im Garten des Restaurants Heinrich Wolf. Dort feierte der MGV Cäcilia von 1877 sein 50-jähriges Bestehen. Mit dabei auch die Damen der Sänger, die sich an dem offensichtlich feuchtfröhlichen Junitag in allerbester Sektlaune ablichten ließen.

Foto BVF Heimatarchiv

Foto BVF Heimatarchiv

Die älteste in den Unterlagen vermerkte Gaststätte taucht 1872 auf, es ist die Gaststätte Fink. Andere bekannte Namen sind das erwähnte Moselstübchen, Wolf Zens, Drießen oder die Weberunion. Auch die heute noch vorhandene Gaststätte Am Rathaus gibt es schon sehr lange. "Einige Fotos haben wir, es wäre aber toll, wenn Fischelner Bürger uns mit historischen Bilder aushelfen könnten", wünscht sich Reiners. Geduld ist gefragt, die vier Heimatforscher sind sich darüber im Klaren, dass es nur langsam vorangeht, das historische Material zu sichten und zu systematisieren. Irgendwann, so die Idee, könnte aus den gesammelten Fakten und Fotos vielleicht eine Broschüre entstehen. Bis dahin ist es noch ein langer Weg. Aber immerhin muss nicht mehr gebügelt werden. Quelle RP 04/17

Wie alles begann...

Woher des Wegs - wohin?
Diese Frage stellten sich Marianne Werthmann und einige ortskundige Mitbürger kurz nachdem M. Werthmann den Vorsitz des Bürgervereins Krefeld - Fischeln e.V. übernommen hatte. Die Resonanz war positiv, so dass sich spontan 10 Bürger bereit erklärten, Geschichte und Brauchtum Fischelns zu erforschen, Dokumente zu sammeln und für spätere Zeiten zu bewahren.
Dies führte am 21.Mai 1992 zur Gründung des "Arbeitskreises Heimat" (AKH) im Bürgerverein Krefeld-Fischeln e.V.

Der Arbeitskreis Heimat (AKH) befasst sich mit der Fischelner Geschichte.
Mit bescheidenem Bestand an Unterlagen und Bildern ging man an die Arbeit, aber bereits im nächsten Jahr gelang dem AKH ein spektakulärer Erfolg. Der AKH gelangte in den Besitz einer Kopie der Schenkungsurkunde des Bischofs von Utrecht an Frau Nevelong, in der 943 Fischeln erstmals Erwähnung fand. Übersetzung und Gutachten bestätigten, dass es sich um unser Fischeln handelte.

Das war Ansporn genug, nun auch an die Öffentlichkeit zu gehen. So konnte u.a. diese Urkunde zusammen mit Fotos, Dokumenten und einem Schmalspurfilm vom alten Fischeln im Rahmen einer Ausstellung im Clemenssaal am 29.0ktober 1993 vorgestellt werden.

Hans Brocker und Burkhard Banniza brachten ihre teils umfangreichen Sammlungen ein, aus welchen dann das Buch „Fischelner Bilder, Band 2" zusammengestellt und am 23.November 1993 veröffentlicht werden konnte.

Die fleißigen Sammler des AKH verfügten bald über so viele Unterlagen wie Akten, Fotos, Urkunden etc., dass dafür dringend eine Bleibe gefunden werden musste. Nach einigen Anläufen bot sich durch die Verlagerung des Jugend-Leseraums der Stadtbücherei im Fischelner Rathaus-Souterrain eine geeignete Möglichkeit an. Durch Unterstützung des Leiters der Bezirksverwaltungsstelle, Herrn Ruland, konnte der Raum in Eigenleistung überarbeitet und zur Aufnahme eines Heimatarchivs hergerichtet werden. Anfang April 1995 konnte das vorhandene Material in gespendeten Regalen und Schränken archiviert werden.

Für die Mitglieder des AKH begann mit dem Anlegen eines Findbuches die eigentliche Archivarbeit, die bis zum heutigen Tage noch nicht abgeschlossen werden konnte, da immer wieder neue Dokumente gespendet und zusammen getragen werden. Inzwischen sind es bereits einige tausend Fotos, Akten, Broschüren, Vereinsgeschichten und Alltagsgegenstände, die z.B. vom 5000 Jahre alten Steinbeil bis zur Paradeuniform eines Fischelner Schützenkönigs reichen.

Aber auch im Ort sind die Spuren des AKH nicht zu übersehen. So wurde 1996 das alte Steinrather Glöckchen in der neuen Trauerhalle des Friedhofs aufgehängt und mit einer Erinnerungstafel versehen, 1997 das Altenheim Sassenhof mit Bildern aus dem alten Fischeln verschönert, das große Fest mit Ausstellung aus Anlass des 100jährigen der K-Bahn 1998 organisiert, das Buch von Heinz Hüttenes „Schienengeschichte(n)" herausgegeben und nicht zuletzt 1997 die Installation des Zunftbaumes vollendet.

Im Laufe der Jahre wurde ein umfangreiches Archiv eingerichtet, in dem unzählige Fotos, Dokumente, Familienchroniken, Bilder, Pläne usw. archiviert werden. Dank dieser Unterlagen entstanden auch zwei Bildbände mit dem Titel „Fischelner Bilder".

Die Ausstellung „1050 Jahre Fischeln" wurde ein großer Erfolg.
Mit der Rheinischen Bahngesellschaft und den Städtischen Werken Krefeld feierte der AKH das 100jährige Bestehen der Bahnverbindung Düsseldorf - Fischeln. Gleichzeitig wurde ein Buch „Schienengeschichte(n)" herausgegeben. 25 Oldtimer Straßenbahnen pendelten damals zwischen Düsseldorf und Fischeln.


Foto BV

Foto BV

Aufbau des Archivs des Bürgervereins

1992

Gründung des Arbeitskreises Heimat. Von da ab wurden Dokumente, Fotos, Karten, Vereinsdaten usw. gesammelt. Zunächst wurde alles privat auf Speichern, in Garagen usw. gelagert.

1993

Der AKH gelangte in den Besitz einer Kopie der Schenkungsurkunde des Bischofs von Utrecht an eine Frau Nevelong, in der 943 Fischeln erstmals Erwähnung fand. Im Oktober fand dann eine Ausstellung im Clemenssaal statt, in der diese Urkunde, ein Schmalspur- Film und erste Dokumente gezeigt wurden. H.Brocker und B.Banniza brachten ihre eigenen umfangreichen Sammlungen ein, aus welchen dann der 2.Teil der Fischelner Bilder entstand, der am 23. November öffentlich vorgestellt wurde.

1994

Am 07.12.1994 gelang es nach vielen Gesprächen mit der Stadt die Kellerräume im Rathauskeller für die Errichtung eines Archivs zu bekommen.

1995

Die Räume wurden in Eigenarbeit entrümpelt u. renoviert. Es wurden Leitungen, Steckdosen und Teppichboden verlegt. Schränke wurden organisiert und die eingelagerten Schätze kamen alle zum Rathaus, die Archivierung begann. Es wurde ein Findbuch angelegt.

1996

Durch Aufrufe in den Zeitungen kamen allmählich aus der Fischelner Bevölkerung die ersten Dokumente. Das alte Steinrather Glöckchen, das an der alten Trauerhalle hing, wurde beim Abriss der Trauerhalle vom AKH sichergestellt, überarbeitet und in der neuen Trauerhalle mit Bronzeschild aufgehängt. Es hängt an der linken Innenwand.

1998

Im Rahmen von Fischeln Open stellte sich der AKH ebenfalls vor. Durch die Fa.Glas Dostert und dem Fischelner Werbering kam der AKH an eine große Glasvitrine, die damals im Foyer des Rathauses für die Öffentlichkeit stand. Durch Sponsoring von Werbering und Fa. Dostert ging die Vitrine im Wert von 2200 € dann für 700 € in den Besitz des BV über und steht heute im Archiv.Im gleichen Jahr feierte man das 100jährige Bestehen der K-Bahn. Aus diesem Anlass gab es eine Ausstellung im Fischelner Bahnhof, mit einem festlichen Nachmittag auf dem Parkplatz vor dem Fischelner Bahnhof.

1999

Auf einem Feld südlich der Strasse Langendonk, fand ein Ehepaar ein Steinbeil aus dem 3. Jahrtausend vor Christi. Das Steinbeil ging zunächst an das Linner Museum und wurde dort begutachtet und zertifiziert. Durch viele Interventionen bekam der AKH diese Beil für das Archiv.

2000

Der Zugang an Material wird immer mehr.
Im Oktober besteht der BV 25 Jahre und die Bahnverbindung nach Krefeld-Fischeln besteht 100 Jahre. Aus diesem Anlass veranstaltet der AKH mit den SWK eine Ausstellung im Archiv. Die benötigten Ausstellungsvitrinen werden durch die Schreiner im AKH gebaut und gespendet.

2004

In diesem Jahr landete der AKH einen Glückstreffer. Frau Gatzen überließ dem Archiv die gesamte Ausgabe des Sonntagsblattes bzw. Fischelner Woche. Die Zeitungen waren in einem schlechten Zustand. Die Älteste war von1898. Es waren 91 Jahrgänge. Insgesamt also 4000 Zeitungen. Alle wurden geglättet, geklebt und dann gebunden. Eine Arbeit, die sich über 3 Jahre hinzog. Um die Kasse des BV zu schonen, wurde zu Spenden aufgerufen. Jeder Spender bezahlte 25 € und bekam in den von ihm bezahlten Jahrgang eine Widmung. Die Clemens Bruderschaft unterstützte ebenfall diese Aktion. So wurde der BV überhaupt nicht belastet. Diese gebundenen Jahrgänge sind ein hervorragendes Nachschlagewerk.

2006

Der AKH veranstaltet am 5.11. 2006 einen Tag der offenen Tür. Mit großem Erfolg. Der Besucherstrom reißt den ganzen Tag nicht ab. Selbst OB Katstede ist unter den Besuchern.

WoMü2009

In den Jahren 2006 bis heute wurde die Arbeit der Archivare fortgesetzt., oft angespornt durch "alte Schätze" die dem Archiv von unseren Bürgern übergeben werden.