Ehrung für Wolfgang Müller

Bereits im Jahr 2010 geht der Evonik-Adler-Ehrenpreis an den damals 74-jährigen Wolfgang Müller aus Krefeld. Er wird traditionell im Rahmen des Kabarettabends ausgezeichnet, den die Evonik Stockhausen GmbH einmal jährlich gemeinsam mit dem Sportverein DJK SV Adler Königshof veranstaltet. Mit dem Evonik-Adler-Ehrenpreis werden Menschen geehrt, die sich lange Jahre ehrenamtlich für Krefeld und seine Bürger engagiert haben. "Herr Müller setzt sich seit Jahrzehnten mit Herzblut im Bürgerverein Fischeln ein und ist ein würdiger Preisträger.

Der Vorstand des Bürgervereins gratulierte kürzlich Wolfgang Müller, zum 80. Geburtstag. Für seine vielen 'Verdienste" bedankte sich der Vorstand des Bürgervereins mit einer Laudatio und mit einem schönen Geschenk für einen besonderen Abend im Apollo Varieté. Natürlich wurde so manches Döneken nicht vergessen, denn er ist wirklich inzwischen selbst ein" Fischelner Original".

Man mag es kaum glauben, bei seinem Elan und Engagement für Fischeln und den Bürgerverein. Bereits kurz nach seinem Vereinsbeitritt wurde er zu einem der aktivsten Mitglieder, organisierte Feste und Veranstaltungen und wurde schnell Geschäftsführer. 2002 übernahm er dann den Vorsitz des Fischelner Bürgervereins, den er inzwischen abgegeben hat. Deswegen hat sich der agile Unruheständler allerdings noch längst nicht in seinen Ohrensessel zurückgezogen. Für seine beiden „Lieblingskinder“, das Archiv des Bürgervereins und die niederrheinische Mundart, engagiert sich Wolfgang Müller mit ungebrochenem Engagement. Inzwischen ist Wolfgang Müller selbst zu einem „wandelnden Archiv“ geworden, der viele Geschichten zu erzählen weiß. So zum Beispiel über die Fischelner Weber, die für die reichen Krefelder Textilfabrikanten arbeiteten: „Die Weberhäuser waren eingeschossig und hatten die Eingangstür in der Mitte. Der Webstuhl stand direkt hinter dem Fenster im Wohnraum. Für einen separaten Arbeitsraum reichte das Geld nicht“, berichtet Müller. „Wenn der Stoff dann gewebt war, ging der Hausweber mit der Rolle zu Fuß in die Stadt. Das war ein ganz schön weiter Weg.“ Den Meister Ponzelar mit der Tuchrolle hat Müller auch schon auf der Bühne dargestellt. Legendär sind auch seine Auftritte als „Fräulein Grotemeyer“.

Neben dem Archivkeller im Fischelner Rathaus ist die Mundartbühne zu seiner zweiten Heimat geworden. „Mundart war schon immer mein Steckenpferd“, erinnert er sich. „1998 haben wir es dann gewagt, und Manfred Gietz gefragt, ob wir in seinem Saal einen Mundartabend veranstalten dürfen, und der hat uns unterstützt. Beim ersten Mal war der Saal halb leer, beim zweiten Mal ziemlich voll. Wir haben dann einen weiteren Abend angeboten. Inzwischen machen wir immer drei Abende in Folge – alle sind immer ausgebucht. Und die Leute kommen nicht nur aus Krefeld. Wir hatten auch schon Gäste aus Bad Neuenahr und der Eifel hier. Bei der letzten Veranstaltung, und das war immerhin die 40., war die Krefelder Mundartkapelle „Schäng Blasius Flönz Rakete“ wieder auf der Bühne, die waren wirklich super.“ Basis der Mundartveranstaltungen ist eine Gruppe von zwei Frauen und drei Männern, zu denen Müller gehört. Gemeinsam bereiten sie die Sketche vor, gemeinsam gehen sie auf die Bühne. Wobei sich die Themen nicht immer um die Historie drehen: „Vor ein paar Jahren haben wir mal einen Sketch mit einem Navi gemacht, da haben wir uns aus Sperrholz ein Auto gebaut und uns auf der Bühne dahinter gesetzt. Eine Frau hat die Navi-Stimme gesprochen. Das war ein Riesenerfolg.“ Aber auch jetzt die Sketche von Loriot, viele Besucher hatten Tränen in den Augen. Die drei Veranstaltung für 2016 haben Ende März stattgefunden. Ausgebucht wie immer Wolfgang Müller bekommt inzwischen zahlreiche Emails, in denen sich die Mundartfreunde bedanken.