Arbeitskreis Heimat
Der Arbeitskreis Heimat (AKH) wurde am 21. Mai 1992 gegründet, nachdem Marianne Werthmann den Vorsitz des Bürgervereins übernommen hatte. Ziel war es, die Geschichte Fischelns zu erforschen, Dokumente zu sichern und das kulturelle Erbe des Stadtteils für kommende Generationen zu bewahren. Zehn engagierte Bürger bildeten die erste Gruppe – der Beginn einer bis heute aktiven heimatkundlichen Arbeit.
Auszeichnung 2025 für den Arbeitskreis Heimat
Im Jahr 2025 wurde die langjährige Arbeit des Arbeitskreises Heimat erstmals auch überregional ausgezeichnet. Der Bürgerverein Fischeln erhielt einen Kultur- und Heimatpreis (mit einer Geldzuwendung) für die außergewöhnliche Leistung, das historische Gedächtnis des Stadtteils zu bewahren, zu digitalisieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Die Jury würdigte insbesondere:
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die kontinuierliche ehrenamtliche Archivarbeit seit 1992
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die professionelle Digitalisierung historischer Dokumente, darunter das Fischelner Sonntagsblatt ab 1895
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die Vernetzung mit wissenschaftlichen Einrichtungen wie dem LVR und der Universität Bonn
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die Bedeutung des Archivs für Schulen, Forschung, Familiengeschichten und lokale Identität
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die Fähigkeit des Arbeitskreises, „Geschichte lebendig zu halten und zugleich zukunftsfähig zu machen“
Die Preisverleihung wurde als Anerkennung für die gesamte ehrenamtliche Struktur des Bürgervereins verstanden. Die Geldzuwendung soll nach Beschlusslage des Vereins vollständig in die weitere Digitalisierung, die Sicherung empfindlicher Dokumente und die Öffnung des Archivs für die Öffentlichkeit fließen.
Damit wurde 2025 zu einem Meilenstein: Die jahrzehntelange Arbeit des Arbeitskreises Heimat erhielt eine offizielle Wertschätzung, die seine Bedeutung für Fischeln und darüber hinaus sichtbar macht.
1. Historische Funde und erste Erfolge
Bereits ein Jahr nach der Gründung gelang dem AKH ein bedeutender Fund: Eine Kopie der Schenkungsurkunde von 943, die die erste urkundliche Erwähnung Fischelns belegt. Übersetzung und Gutachten bestätigten die Echtheit – ein Meilenstein für die lokale Geschichtsforschung.
2. Aufbau des Heimatarchivs
In den folgenden Jahren entstand ein umfangreiches orts- und heimatkundliches Archiv, das heute zu den wichtigsten Sammlungen im Stadtteil gehört. Es umfasst:
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historische Fotos und Postkarten
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Urkunden, Verträge, Arbeitsbücher
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Familienchroniken
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Pläne, Karten, Ortsentwicklungsunterlagen
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Alltagsgegenstände aus mehreren Jahrhunderten
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Vereinsgeschichten und Dokumente aus Kriegs- und Nachkriegszeit
Besonders bemerkenswert sind ein Ortsentwicklungsplan von 1903 mit einem bereits damals vorgesehenen Verkehrskreisel sowie zahlreiche Dokumente zur Eingemeindung Fischelns 1929.
Das Archiv wurde 1995 im Souterrain des Fischelner Rathauses eingerichtet und später weiter professionalisiert. Seit 1998 trägt es offiziell den Namen Heimatarchiv.
3. Publikationen und Ausstellungen
Aus dem Archivmaterial entstanden mehrere Veröffentlichungen, darunter:
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„Fischelner Bilder“ Band 1 und 2
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das Buch „Schienengeschichte(n)“ zur 100-Jahr-Feier der K-Bahn
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Ausstellungen, u. a. zur 1050-Jahr-Feier Fischelns (1993)
Der AKH organisierte zudem zahlreiche öffentliche Veranstaltungen, darunter die große Ausstellung zum K-Bahn-Jubiläum 1998 mit historischen Straßenbahnen.
4. Projekte im Stadtteil
Der Arbeitskreis hat auch sichtbare Spuren im Ortsbild hinterlassen:
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Installation des Zunftbaums (1997)
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Aufarbeitung und Präsentation des Steinrather Glöckchens in der Trauerhalle
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Gestaltung des Sassenhof-Altenheims mit historischen Bildern
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Unterstützung bei Recherchen zu Häusern, Familien und Ortsgeschichte
Das Archiv dient Bürgern, Schulen, Forschern und der Presse als Anlaufstelle für historische Fragen.
5. Digitalisierung und moderne Archivarbeit
Seit einigen Jahren treibt der AKH die Digitalisierung des Fischelner Gedächtnisses voran. Besonders hervorzuheben:
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Digitalisierung des Fischelner Sonntagsblatts ab 1895
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Einsatz moderner Scantechnik zur Rettung alter, gefährdeter Dokumente
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geplante Online-Bereitstellung historischer Ausgaben in Zusammenarbeit mit dem LVR und der Universität Bonn
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Home-Office-Arbeit aufgrund von Wasserschäden im Archiv
Damit wird das Archiv zukunftsfähig und für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich.
6. Engagement und Unterstützung
Der AKH lebt vom ehrenamtlichen Einsatz seiner Mitglieder. Aktuell arbeiten fünf Aktive kontinuierlich an der Sammlung, Pflege und Digitalisierung des Materials.
2023 erhielt der Arbeitskreis eine Spende der Fischelner Landfrauen, die nicht nur finanzielle Unterstützung bot, sondern auch neue Kooperationen anstieß – etwa bei der Dokumentation historischer Bauernhöfe.
7. Bedeutung für Fischeln
Der Arbeitskreis Heimat ist heute:
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Gedächtnis des Stadtteils
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Anlaufstelle für historische Recherchen
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Bewahrer von Dokumenten, die sonst verloren gingen
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Vernetzer zwischen Bürgern, Vereinen, Schulen und Forschungseinrichtungen
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Motor für die Digitalisierung der lokalen Geschichte
Er trägt maßgeblich dazu bei, die Identität Fischelns sichtbar zu halten und Wissen über die Vergangenheit für kommende Generationen zu sichern.