Umwelt und Grünes

Der Schutz von Natur- und Freiflächen ist in Fischeln ein zentrales Zukunftsthema. Angesichts wachsender Bebauung, steigender Verkehrsbelastung und zunehmender Versiegelung rückt der Erhalt ökologisch wertvoller Räume stärker in den Fokus. Rund 30 % der Flächen im Regierungsbezirk sind bereits versiegelt – ein Trend, der sich ohne Gegenmaßnahmen weiter verschärfen würde.

1. Bedeutung von Natur- und Freiflächen für Fischeln

Für die Lebensqualität im Stadtteil spielen mehrere Grünräume eine Schlüsselrolle:

  • Fischelner Bruch als Naherholungsgebiet und Kaltluftentstehungszone

  • Stadtpark Fischeln als zentraler Erholungsraum

  • Luftaustauschzonen zwischen bestehenden und geplanten Baugebieten

  • Lebensräume seltener Tierarten, darunter der Steinkauz

Diese Bereiche sind nicht nur ökologisch wertvoll, sondern auch wichtig für das Stadtklima, die Naherholung und die Identität des Stadtteils.

2. Konfliktfeld: Neubaugebiete und Umweltschutz

Mit den großen Baugebieten in Fischeln Südwest, Plankerheide und Fischeln Ost wächst der Druck auf Naturflächen. Besonders kritisch gesehen werden:

  • zusätzliche Verkehrsbelastung

  • mögliche Zunahme von Flugbewegungen über Fischeln

  • Eingriffe in sensible Landschaftsräume

  • Verlust von Lebensräumen für geschützte Arten

Der Bürgerverein betont, dass Umweltaspekte bei allen Planungen gleichrangig berücksichtigt werden müssen.

3. Position des BUND

Der BUND nimmt eine differenzierte Haltung ein:

Akzeptiert

  • Bebauung südöstlich des Fischelner Friedhofs, zwischen K-Bahn und Kölner Straße, unter Erhalt des Dorfgrabens und der Lindenallee.

Abgelehnt

  • Bebauung östlich der K-Bahntrasse zwischen Oberbruchstraße, Grundend und Bachstraße.

Begründung:

  • historisch gewachsener, strukturreicher Ortsrand

  • wichtiger Luftkorridor für das Stadtklima

  • Lebensraum des Steinkauzes, dessen Brutpaare gefährdet wären

  • empfindliche Mischzone aus Flora und Fauna

Diese Einschätzungen stützen sich auf das Umweltgutachten zur Neuaufstellung des Flächennutzungsplans.

4. Grünflächen und Naherholung

Der Erhalt und Ausbau von Grünflächen bleibt ein zentrales Anliegen. Der Stadtpark und das Fischelner Bruch sollen langfristig gesichert und nicht durch neue Baugebiete beeinträchtigt werden. Die Bevölkerung erwartet wohnortnahe Erholungsräume, die auch bei wachsender Einwohnerzahl zugänglich bleiben.

5. Neue Entwicklungen: Biotopverbund und Spazierwege

Die Stadt plant, am Fischelner Dorfgraben ein Biotopverbundsystem zu schaffen. Ziel ist:

  • Sicherung von Landschaftselementen und Gewässerstreifen

  • Überführung wichtiger Flächen in städtisches Eigentum

  • ökologische Aufwertung durch Hecken, Einzelbäume und Grünachsen

  • Schaffung neuer Spazier- und Wanderwege

Ein neuer Wanderweg südlich der Donksiedlung soll einen bestehenden Trampelpfad ersetzen und die Naherholung verbessern.

6. Aktuelle Entwicklungen seit 2022

In den letzten Jahren haben sich mehrere Trends verstärkt, die das Thema „Umwelt und Grünes“ in Fischeln weiter aufwerten:

Klimaanpassung als Pflichtaufgabe

  • Hitzeinseln in dicht bebauten Bereichen

  • steigender Bedarf an Frischluftschneisen

  • Bedeutung von Kaltluftentstehungsflächen wie dem Fischelner Bruch

Integriertes Handlungskonzept Fischeln (InHK)

Das InHK bewertet Umwelt- und Grünstrukturen erstmals stadtteilübergreifend. Wichtige Punkte:

  • Sicherung und Ausbau von Grünachsen

  • Stärkung der Naherholungsräume

  • ökologische Begleitung der Neubaugebiete

  • Maßnahmen zur Klimaanpassung und Regenwassermanagement

Energetische Quartierskonzepte

Im Bereich Wedelstraße und angrenzenden Quartieren wird geprüft, wie energetische Sanierung, Begrünung und nachhaltige Mobilität zusammenwirken können.

Wachsende Sensibilität für Flächenverbrauch

Politik und Verwaltung stehen stärker unter Druck, Flächenfraß zu begrenzen und Ausgleichsflächen zu schaffen.

 

Kurzfazit

Der Schutz von Natur- und Grünflächen ist für Fischeln ein zentrales Zukunftsthema. Während neue Wohngebiete notwendig sind, dürfen sie nicht auf Kosten ökologisch wertvoller Räume entstehen. Das Fischelner Bruch, der Dorfgraben, Luftkorridore und Lebensräume geschützter Arten müssen erhalten bleiben. Neue Konzepte wie Biotopverbünde, Grünachsen und das InHK zeigen, dass die Stadt zunehmend versucht, Wachstum und Umweltbelange in Einklang zu bringen. Dennoch bleibt der Druck auf die Landschaft hoch, und die Diskussion um Flächenverbrauch und Artenschutz wird Fischeln auch in den kommenden Jahren intensiv begleiten.